Page 22 - BB Wolfsberg Völkermarkt St. Feit 2019
P. 22
2
22
B
2
B
&
A
A
U
U
E
E
N
W
N
W
&
EN
O
O
H
H
N
N
EN
© Traumbild / Fotolia.com
WAS KOSTET EIN PASSIVHAUS?
Die Baukosten eines Passivhauses liegen etwa 8 bis 15 Prozent über denen eines konventionellen Hauses. Die Mehrkosten können durch den Verzicht auf aufwändi- ge Heizanlagen sowie mittels nanzieller Förderungen zumindest teilweise ausge- glichen werden. Über die Jahre kommen die Einsparungen bei den Heizkosten hinzu.
WIE LEBT ES SICH IM PASSIVHAUS?
Die Innentemperatur eines Passivhauses ändert sich nur sehr langsam. Ohne Hei- zung sinkt die Temperatur in einem Pas- sivhaus an einem kalten, trüben Wintertag normalerweise um weniger als ein halbes Grad. Alles, was innerhalb der thermi- schen Außenhülle liegt, hat annähernd dieselbe Temperatur – ob Außenwand oder Fußboden – das emp nden viele Be- wohner als besonders angenehm. Wer es hingegen im Schlafzimmer schön kühl, im Bad aber mollig warm haben möchte, er- reicht das im Passivhaus nur mit zusätzli- chem Aufwand. Aufgrund der sehr guten Belüftung ist Schimmelbildung quasi aus- geschlossen. Viele Allergiker pro tieren zudem von der Filterung der Luft durch die Lüftungsanlage. •
PASSIVHAUS:
WIE FUNKTIONIERT EIN PASSIVHAUS?
Als „bewohnbare Thermoskannen“ wer- den Passivhäuser manchmal scherzhaft bezeichnet. Das wird der ausgeklügelten Bauweise natürlich in keinster Weise ge- recht. Zwei Aspekte haben Passivhäu- ser aber tatsächlich mit Thermoskannen gemein: Sie verfügen rundum über eine ausgezeichnete Wärmedämmung und eine nahezu luftdichte Außenhülle.
Die Stärke der Wärmedämmung eines Passivhauses beträgt üblicherweise zwi- schen 12 und 36 Zentimeter – je nachdem, wie die Wände ausgeführt sind und in welcher Ausrichtung zur Sonne das Haus steht. Eine konsequente Südausrichtung und ein kompakter Baukörper gelten als ideal. In der Regel haben Passivhäuser große, dreifachverglaste Fenster ächen gen Süden. Das Dach eines Passivhauses ist besonders gut gedämmt, da Wärme be- kanntlich nach oben steigt und in norma- len Gebäuden in erheblichem Umfang über das Dach verloren geht.
Außerdem werden Wärmebrücken ver- mieden, was oft nur mit einer aufwändi- gen Bauausführung möglich ist, die letzt- lich dazu führt, dass die Außenhaut eines Passivhauses weitgehend luftdicht ist. Luftdicht ist allerdings nicht gleichzuset- zen mit nicht atmungsaktiv. Wände und
Decken können luftdicht und gleichzeitig atmungsaktiv sein – ähnlich wie eine wind- dichte, aber atmungsaktive Jacke.
Um ein angenehmes Raumklima zu schaffen, regelt eine Lüftungsanlage den Luftstrom, führt anfallende Feuchtigkeit – beispielsweise aus Küche und Bad – so- wie Kohlendioxid nach draußen ab und Frischluft zu. Dabei überträgt ein Wär- metauscher bis zu 95 Prozent der Wärme der ausströmenden Luft auf die zuströ- mende. Üblicherweise wird die gesam- te Luft des Hauses nach spätestens vier Stunden ausgetauscht. Bei modernen Anlagen ist davon nichts zu hören oder zu spüren. Die frische, ge lterte und vorge- wärmte Luft gelangt zunächst in die Wohn- und Schlafräume, von dort in die Flure und schließlich in Küche und Bäder, wo sie wie- der abgesaugt und nach draußen geführt wird.
Falls nötig, kann die zuströmende Luft durch eine elektrische Heizung aufge- wärmt werden. Aber auch alle anderen Heizsysteme sind in Passivhäusern denk- bar – selbst wenn ein konventioneller Heizkessel völlig überdimensioniert wäre. Das Ziel eines Passivhauses ist schließ- lich, im Normalbetrieb ohne Zusatzhei- zung auszukommen.